FC Wil: Mit einem Klassenunterschied

SCHWEIZER CUP ⋅ Der FC Wil bekundet in der ersten Cup-Hauptrunde für einmal keinerlei Schwierigkeiten und setzt sich gegen den amtierenden Ostschweizer Cupsieger Arbon mit 7:0 durch. Auch ein «Stängeli» wäre möglich gewesen. In der zweiten Cuppartie mit Ostschweizer Beteiligung verliert der SC Brühl gegen das höherklassige Chiasso.
Aktualisiert: 
12.08.2017, 23:00
12. August 2017, 23:06
Es ist in den vergangenen Jahren  fast schon zu einer unliebsamen Tradition geworden, dass sich der FC Wil im ersten Cupauftritt der Saison bei einem unterklassigen Verein schwer tut. Seit dem Abstieg aus der Super League vor gut 13 Jahren ist er viermal in der Startrunde hängen geblieben. Bei den Siegen tat er sich in der Mehrzahl der Spiele schwer.

Ganz anders gegen den 2.-Liga-Club Arbon, der sich im Mai im Penaltyschiessen den Sieg im Ostschweizer Cup gesichert hatte. Zwei Aktionen waren entscheidend. Einerseits Johan Vonlanthens 1:0 bereits nach gut sieben Minuten, als er ein Zuspiel Andelko Savics verwertete. Andererseits ein Platzverweis gegen Arbons Innenverteidiger Bosko Trajkovic kurz vor der Pause. Bereits verwarnt, wusste dieser sich als hinterster Mann nur noch mit einem Handspiel zu helfen und wurde mit der direkten roten Karte des Feldes verwiesen. Kurz zuvor hatte Wils Innenverteidiger Atila per Kopf auf 2:0 gestellt, womit das Spiel zur Halbzeit entschieden war. «Der Platzverweis hat uns das Genick gebrochen», sagte Arbons Trainer Massimiliano Gioia nach dem Spiel.
 

Mit der bestmöglichen Formation angetreten

Tatsächlich gaben sich die Thurgauer nach dem Seitenwechsel nahezu auf und der FC Wil kam zu einer Vielzahl an Torchancen. Auch wenn die letzten drei Tore erst in der 89., 90. und 91. Minute fielen, so war doch festzuhalten, dass auch ein höheres Resultat als 7:0 möglich gewesen wäre. Selbst ein «Stängeli» hätte dem Gezeigten entsprochen. «In Anbetracht der vielen Chancen waren das zu wenige Tore. Die Frische hat heute gefehlt», sagte Wils Trainer Konrad Fünfstück. Er spielte damit darauf an, dass seine Mannschaft noch am Mittwochabend in Genf gespielt hatte. Trotzdem war ein Klassenunterschied ersichtlich.

Fünfstück hatte sich entschieden, die besten Spieler in der Startformation zu bringen. Auch auf der Goalieposition wurde nicht rotiert und es spielte, wie in den ersten vier Meisterschaftsspielen, Noam Baumann. Erstmals in dieser Saison musste er nicht hinter sich greifen.
 

Fünfstück hätte gerne eine nächste Erkundungsreise

Die Wiler Treffer in der zweiten Halbzeit steuerten Savic, erneut Vonlanthen, Caine Keller und zweimal Sergio Cortelezzi bei. Letzterer avanciert immer mehr zum Edeljoker. Viermal wurde er in dieser Saison bisher eingewechselt und hat dabei schon vier Tore erzielt. Am Mittwoch in Genf spielte er von Beginn  weg, ohne zu treffen.

Und wer darf es denn sein im Sechzehntelfinal? «Ich kucke mir gerne die Schweiz an und komme etwas rum», sagte Fünfstück. Heisst übersetzt: Kein Heimspiel gegen einen Super-League-Klub, sondern noch ein Gastauftritt bei ein Vertreter einer unteren Liga. Die Auslosung erfolgt am Sonntag nach 18 Uhr auf SRF zwei.
 

SC Brühl scheidet aus

Im zweiten Samstags-Cupspiel mit Ostschweizer Beteiligung wehrte sich der SC Brühl aus der Promotion League lange erfolgreich gegen das höherklassige Chiasso. Nach 90 Minuten stand die Partie torlos – es ging in die Verlängerung. In dieser behielten die Tessiner schliesslich dank eines einzigen Treffers die Oberhand. (Simon Dudle/red.)

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