Weihern Open Air: Stadtrat weist Schuld von sich

ST.GALLEN ⋅ Der St.Galler Stadtrat wehrt sich gegen den Vorwurf, das Weihern Open Air müsse wegen Auflagen in die Grabenhalle umziehen. Er habe den Veranstalter nach Kräften unterstützt und sogar den finanziellen Beitrag verdoppelt.
19. Mai 2017, 14:58
Schluss mit "open air": Der Veranstalter des Weihern Open Airs hat am Donnerstag angekündigt, das Festival wegen kaum zu erfüllender Auflagen in die Grabenhalle zu verlegen. Nachdem man sich darauf geeinigt habe, die Bühne zu drehen, habe das Amt für Umwelt und Energie neue Lärmschutzziele definiert. "Für mich war jedenfalls klar, dass das Festival unter diesen Bedingungen nicht mehr stattfinden kann", sagte Veranstalter Dario Aemisegger.

In einer Mitteilung zeigt sich der St.Galler Stadtrat nun "erstaunt" über die Anwürfe und die Ankündigung des Veranstalters. Vergangenen Samstag noch habe Aemisegger in den Medien den Durchführungsort Drei Weieren für die diesjährige Ausgabe des Festivals bestätigt. Der Stadtrat bedauere den überraschenden gegenteiligen Entscheid sehr, nachdem nach einem Gespräch mit dem Veranstalter vergangene Woche einer Durchführung diesen September nichts mehr im Wege zu stehen schien.

"Der Stadtrat schätzt das Festival als atmosphärischen Anlass von hoher künstlerischer Qualität für Familien und Kulturinteressierte aller Generationen - dies vor der unverwechselbaren Naturkulisse auf Drei Weieren", heisst es in der Mitteilung. Es liege ihm nichts ferner, als solche kulturellen Initiativen zu unterbinden.

Mit Blick auf die inzwischen erreichten Dimensionen des Festivals mit einer Vervierfachung der Gästezahlen seit 2012 könne das Festival mit der Schutzverordnung Dreilinden/Notkersegg und dem Immissionsschutzreglement allerdings nur bedingt in Einklang gebracht werden. Die Stadt habe daher frühzeitig das Gespräch gesucht und Hand für Lösungen geboten. Dementsprechend sei dem Veranstalter vergangene Woche auch die Bewilligung in Aussicht gestellt worden. 
Aus Lärmschutzgründen wurde dabei ein Abdrehen der Bühne Richtung Südosten gegen den Scheitlinsbüchel (statt Birnbäumen) angeregt, womit sich der Veranstalter einverstanden erklärt habe. "Im Sinne einer Empfehlung" sei zusätzlich eine Anpassung des Musikprogramms vorgeschlagen worden, wonach nach 22 Uhr eher leisere Bands zu programmieren oder von 21.30 bis 22.30 Uhr die gemittelte Lautstärke um 5 Dezibel (A) zu reduzieren wäre.

Schliesslich habe der Stadtrat für 2017 den Unterstützungsbeitrag des Festivals auf 10‘000 Franken verdoppelt, um die Durchführung dieses "einzigartigen und überregional ausstrahlenden städtischen Kulturanlasses" weiterhin zu ermöglichen. (sk/jw)

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