Neustart mit rund 130 Schülern

02. Juli 2017, 05:17

Sanierung Mit dem Darlehen des deutschen Unternehmers Jörg Sennheiser gelingt der Rudolf-Steiner-Schule St. Gallen kurzfristig der Befreiungsschlag. Die finanzielle Lage der Privatschule, die seit 1971 Schüler vom Kindergarten bis zur Fachhochschulreife nach den Grundsätzen der Waldorfpädagogik unterrichtet, war noch vor wenigen Wochen prekär. Auf Ende Schuljahr wird einer der zwei Kindergärten geschlossen, die Filiale Wil wurde abgestossen,  und es kam zu Entlassungen beim Lehrpersonal .

Geplant ist gemäss der abtretenden Schulleiterin Elisabeth Anderegg, das neue Schuljahr mit knapp 130 Schülern zu starten. Das sind etwa 50 weniger als noch vor drei Jahren. Der Aderlass bei den Einnahmen aus Schulgeldern und hohe Ausgaben hatten zur Folge, dass die Schule im vergangenen Halbjahr finanziell massiv saniert werden musste. Dies geschah laut Angaben der Schule mit der professionellen Hilfe des St. Galler Anwalts Thomas Hänzi und Unternehmensberater Matthias Niess. Unter anderem wurde im Rahmen der Restrukturierung ein Beirat gegründet, wo Geldgeber Jörg Sennheiser, Hänzi und Niess einsitzen und ein Auge auf die betriebswirtschaftlichen Aspekte der Schule haben werden. Auch das Amt des Vereinspräsidenten wurde mit dem St. Galler Bruno Dürr neu besetzt.

Die neue Schulleiterin, Heidrun Weber, tritt ihren Dienst im August an. Die deutsche Juristin und Kinderanwältin, die in den vergangenen Jahren in London, München und Johannesburg lebte, war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung im Bildungsbereich und hegt grosse Sympathien für die Waldorfpädagogik, ohne jedoch selbst aus der anthroposophischen Ecke zu stammen. Sie wird sich auf die Leitungsfunktion konzentrieren und das Unterrichten vollumfänglich dem «engagierten Lehrerkollegium» überlassen, sagt sie.

Die Waldorfpädagogik basiert auf den Grundsätzen des Österreichers Rudolf Steiner (1861–1925), welcher die Anthroposophie als Weltanschauung und Geisteshaltung begründete. (oh)

 


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