Ein Lächeln ist Dank genug

Yanek Schiavone ist Gründer des Vereins «Des sourires pour le Togo». Zusammen mit Freiwilligen geht er im Sommer nach Westafrika. Sie bauen einen Hühnerstall oder eine Autowaschanlage.
24. April 2016, 02:35
NICOLE D'ORAZIO

TÄGERWILEN. Im Sommer reist Yanek Schiavone bereits das viertemal nach Togo. Nicht um Ferien zu machen, sondern um den Menschen zu helfen. «Ich habe mich schon immer sozial engagiert, ehe ich dieses Herzensprojekt gefunden habe», erzählt der 28jährige Tägerwiler. Während des Studiums zum Sekundarlehrer absolvierte er ein dreimonatiges Praktikum im westafrikanischen Land und kam mit einer Idee zurück. «Mit wenig Aufwand kann man den Togolesen helfen. Und Hilfe ist wirklich nötig. Viele leben unter der Armutsgrenze.» Im Land am Golf von Guinea seien nur wenige Hilfsorganisationen tätig. Dafür seien die Menschen umso dankbarer, wenn sie Hilfe erhalten.

Aus einer spontanen Sammelaktion 2014 für Kleidung, Schul- oder Spielsachen, die er vor Ort zusammen mit zwei Freunden verteilte, ist eine kleine Organisation für Entwicklungshilfe entstanden. «Ich habe den Verein <Des sourires pour le Togo> gegründet», erzählt Schiavone. Mittlerweile hat dieser 22 Mitglieder und rund 30 Gönner. «Es sind Leute aus der ganzen Schweiz dabei. Ich war überwältigt, dass so viele mitmachen und mithelfen. Alleine würde ich das nicht schaffen.»

Zwei Monate im Einsatz

Diesen Sommer reisen mehrere Vereinsmitglieder nach Togo. «Insgesamt dauert unser Einsatz zwei Monate», sagt Schiavone. Er selber wird einen Monat in Afrika verbringen. «Wir haben drei tolle Projekte, die wir realisieren möchten.» Bisher habe man 20 000 Franken an Spenden gesammelt. Man habe drei Grundpfeiler, in die man investiere: Wasser, Bildung und Gesundheit. «Wir bauen Brunnen, rüsten Schulen mit Material aus und veranstalten Workshops zu Hygiene, Kochen oder Aids.» Es sei erschreckend, wie wenig Bescheid die Bevölkerung über wichtige Themen wie die Übertragung von HIV wisse.

Der Verein ist in Togo mittlerweile so bekannt, dass ihm Projektideen unterbreitet werden. «Ein Waisenhaus ist auf uns zu gekommen, weil es gerne eine Car-Wash-Anlage bauen würde», erzählt der angehende Sekundarlehrer. Dieses liege an einer vielbefahrenen Strasse. Es gebe allerdings kaum befestigte Strassen, weshalb die Autos sehr dreckig seien. «Wir lassen nun eine Rampe montieren, auf der Autofahrer ihre Fahrzeuge waschen können.» Mit dem Erlös könne das Waisenhaus die Unterkunft und Ausbildung von 55 Kindern bezahlen. «Unser Credo ist Hilfe zur Selbsthilfe. Es sollen nachhaltige Projekte sein.» Letztes Jahr habe man für ein Mädchenhaus einen Hühnerstall gebaut und tausend Hennen gekauft. «Mit dem Verkauf der Eier kann sich das Heim finanzieren», sagt er stolz.

Diesen Sommer baut der Verein im Norden des Landes zudem einen Brunnen in einem Trockengebiet. «Wir haben alles vorbereitet und mit Geologen geschaut, wie tief wir bohren müssen», erzählt Schiavone. In Togo habe der Verein eine Vertrauensperson, die angestellt sei und sich um alles kümmere. «Er kontrolliert unsere Projekte regelmässig», erzählt Schiavone. Ansonsten fliesst alles Spendengeld in die Projekte. «Wir arbeiten alle ehrenamtlich und bezahlen auch unsere Reisen selber.»

Schulbau mitten im Busch

Besonders stolz ist der Tägerwiler auf das dritte Vorhaben: Zusammen mit dem Verein Cambiela aus Chur wird der Bau einer Grundschule für 300 Kinder in einem Dorf im Busch realisiert. «Das ist ein Riesenprojekt, und ich kann gar nicht glauben, dass wir so etwas Grosses bauen können», sagt Schiavone. Er freut sich auf die Arbeit und die vielen glücklichen Gesichter der Kinder. «Ihr Lächeln ist für mich das grösste Dankeschön.»


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