Burglind als Chance

SCHARFGEZEICHNET ⋅
07. Januar 2018, 05:17
Odilia Hiller

Der Orkan Burglind hat uns vergangene Woche ordentlich in Atem gehalten. Die Dame hat gnadenlos weggefegt und herumgewirbelt, was nicht niet- und nagelfest war.

Der Sturm war aber auch eine einmalige Chance. Wer sein Trampolin loswerden wollte, welches die Kinder längst nicht mehr beachten, da sie jetzt am PC beschäftigt sind, der liess es vertrauensvoll im Garten stehen: Burglind kümmerte sich zuverlässig um die Entsorgung. Im besten Fall zahlt sogar noch die Versicherung. Gleiches gilt fürs Gartenhäuschen, das schon lange keiner mehr wollte. Hier und da ein paar Schrauben gelockert, und gelöst war das Problem. Auch für grusige Gartenmöbel aus Kunststoff-Rattan bot sich ein ähnliches Verfahren an.

Gerüchteweise ist zu hören, gewisse Transportunternehmen hätten am Burglind-Tag absichtlich wacklige, in die Jahre gekommene Bahnwaggons auf die Reise geschickt – in der Hoffnung, diese würden vom Wind davongetragen wie einst Jim Knopfs und Lukas’ Lokomotive Emma als Perpetumobil. Der Fantasie findiger Unternehmer sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, die Flotte zu erneuern.

Ganz böse Zungen behaupten gar, es habe Paare gegeben, bei denen der eine versuchte, den anderen am Mittwoch unter fadenscheinigen Vorwänden zu einem Ich-Tag mit Skifahren zu bewegen. In der Hoffnung, er würde auf dem Sessellift nicht nur durchgeschüttelt, sondern für immer davongeweht.

Odilia Hiller

odilia.hiller

@ostschweiz-am-sonntag.ch


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